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Schadstofflexikon...

Um unseren Kund/innen eine fundierte und schnelle Einschätzung der gesund­heitlichen Qualität von Ecopell zu ermöglichen, haben wir für jeden Ecopell-Farbton ein Datenblatt mit den Analyseergebnisse zu den wichtigsten Lederschadstoffen zusammengestellt. Dort erfahren Sie die von neutralen Labors ermittelten Schad­stoffgehalte in Ecopell sowie etwas über deren Auswirkungen auf den Menschen. Bei der Zusammenstellung der Schadstoffe orientieren wir uns an der IVN-Richtlinie, nach der der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft Naturleder-Produkte bewertet.

 

Die Laborwerte zeigen, dass Ecopell als sehr schadstoffarm einzustufen ist. Die gefundenen Schadstoffmengen liegen häufig deutlich unter den Grenzwerten bzw. sind nicht nachweisbar. Das heißt, dass auch hautempfindliche Menschen Ecopell sehr gut vertragen. Intern haben wir zum Teil noch strengere Grenzwerte für Schadstoffe aufgestellt.Im Folgenden finden Sie eine Liste der am häufigsten in Leder verwendeten Schadstoffe. Wenn Sie durch nicht sachgemäße Anwendung in der Gerberei oder im Leder nachgewiesen werden, können sie negativ auf die Gesundheit wirken.

  • 1. Formaldehyd

    Trivialname für die giftige chemische Verbindung Methanal oder Methylaldehyd. Es kann bei unsachgemäßer Anwendung Allergien, Haut-, Atemwegs- oder Augenreizungen verursachen. Formaldehyd gilt als krebserregend für den Menschen.

     

  • 2. Glutardialdehyd

    Korrekter: 1,5-Pentandial. Farblose und bei Raumtemperatur flüssige chemische Verbindung mit einem scharfen, unangenehmen Geruch. Glutardialdehyd ist giftig und kann schwerwiegende Augen-, Nasen-, Hals- und Lungenreizungen verursachen.

  • 3. Kresole (Konservierungsmittel)

    Viele Phenole und Kresole wirken stark fungizid (pilztötend) und bakterizid (bakterientötend) und werden daher als Wirkstoffe in Desinfektionsmitteln und zur Haltbarmachung von Leim, Klebstoffen, Rohhäute / Wetblue für den Export eingesetzt. Kresole gelten als krebserregend.

     

  • 4. Chlorphenol

    Viele Chlorphenol-Verbindungen, wie auch PCP, gelten als krebserzeugend und erbgutschädigend.

  • 5. Biozide

    Biozidprodukte sind Zubereitungen, die einen oder mehrere biozide (für lebende Organismen tödliche) Wirkstoffe enthalten. Mit ihnen werden Schadorganismen abgeschreckt, unschädlich gemacht oder zerstört, abhängig von der eingesetzten Menge der Biozidsubstanzen. Dabei können die enthaltenen bioziden Wirkstoffe chemische Stoffe oder Mikroorganismen (Bakterien, Viren oder Pilze) sein.

     

  • 6. AOX

  • 7. AZO-Verbindungen / aromatische Amine

    Aromatische Amine sind eine wichtige Gruppe von Chemikalien, die in vielfältiger Weise als Ausgangs- oder Zwischenprodukte insbesondere für die Herstellung von Farbstoffen, Pigmenten und Pflanzenschutzmitteln verwendet werden. Aromatische Amine sind von besonderem toxikologischen Interesse, weil zahlreiche Vertreter dieser Stoffgruppe als kanzerogen eingestuft sind.

  • 8. MAK

    Die Maximale Arbeitsplatz-Konzentration (MAK-Wert) gibt die maximal zulässige Konzentration eines Stoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der (Atem-)Luft am Arbeitsplatz an. Unterhalb dieses Wertes ist kein Gesundheitsschaden zu erwarten, auch wenn eine Person dem betreffenden Stoff in der Konzentration in der Regel 8 Stunden täglich, maximal 40 (42) Stunden in der Woche ausgesetzt ist.

  • 9. Zinnorganische Verbindungen

    In der Gruppe der zinnorganischen Verbindungen (auch als organische Zinnverbindungen bzw. Organozinnverbindungen bezeichnet) befinden sich Chemikalien, die zu den giftigsten zählen, die der Mensch bewusst in den Verkehr gebracht hat. Viele Organozinnverbindungen werden als Biozide eingesetzt.

  • 10. PVC

    PVC (Abkürzung für Polyvinylchlorid) ist einer der am meisten verwendeten Kunststoffe. PVC ist witterungsbeständig, schwerentflammbar, resistent gegen Chemikalien und korrosionsbeständig. Während der gesamten Produktlebenslinie wirft PVC schwerwiegende ökologische Probleme auf. Dies beginnt schon mit dem krebserzeugenden Ausgangstoff Vinylchlorid. Es setzt sich fort mit Organochlor-verbindungen und Schwermetallen sowie weitren Zusatzstoffen, die dem PVC für unterschiedliche Einsatzzwecke beigemengt werden und beim Gebrauch zum Teil wieder als Emissionen austreten. Schließlich ist die Frage der umweltverträglichen Entsorgung von PVC-Produkten bisher ungelöst.

     

  • 11.Schwermetalle

    Schwermetalle (z.B. Chrom) sind auch in kleinen Mengen besonders giftige Metalle. In Innenräumen können Schwermetalle in verschiedenen Baumaterialien und Einrichtungsgegenständen vorkommen. Eine gesundheitliche Gefährdung kann hauptsächlich durch eine chronische Belastung entstehen. Dabei spielen unter anderem Schädigungen des Nerven- und Immunsystems, Leberschädigungen, Blutveränderungen, Allergien sowie die Entstehung von Krebs eine bedeutende Rolle.

     

  • 12. Phosphororganische Verbindungen

    Kurzbezeichnung: POV. Die Verbindungen werden meist als Weichmacher und Flammschutzmittel in Kunststoffen eingesetzt. Von der Saunasandale über das Kinderbett bis zu großflächig eingesetzten Baustoffen in Innenräumen finden Kunststoffe mit phosphororganischen Verbindungen Anwendung. POV sind auch in der Luft und im Staub von Innenräumen nachweisbar, beispielsweise wenn die Quellen erhöhten Temperaturen ausgesetzt sind wie bei Bildschirmen oder Schutzrollos. Die toxischen Effekte zum Beispiel von Tris(2-chlorethyl)phosphat (TCEP) und seine in der Fachwelt umstrittene Kanzerogenität haben in der Öffentlichkeit große Besorgnis hervorgerufen.

     

  • 13. PAK

    Polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe (Benzo[a]pyren als Leitkomponente) entstehen generell bei Verbrennungen. PAK müssen, bevor sie karzinogen wirken können, im Organismus metabolisch umgewandelt, das heißt zu dem eigentlich karzinogen wirkenden Stoff aktiviert werden. Zigarettenrauch bildet eine sehr wichtige Quelle für diese Stoffe in der Atemluft, weshalb nicht zuletzt bereits Passivrauchen als krebserzeugend eingestuft wird.

     

  • 14. Alkyphenole

    Alkylphenole sind eine Stoffgruppe, bei der sich ein oder mehrere Alkylgruppen um einen aromatischen Phenolring gruppieren. Je nach Struktur und Beschaffenheit der Substituenten zeigt das jeweilige Alkylphenol ein anderes Umweltverhalten. Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind ungenügend untersucht. Es wurden aber DNA-Schädigungen beim Menschen nachgewiesen. Auch eine Störung des Immunsystems durch Schäden an weißen Blutkörperchen scheint möglich ebenso wie eine schädliche Wirkung auf die Entwicklung von Föten.

  • 15. Chlorparaffine

    Chlorparaffine sind Kohlenwasserstoffketten mit variabler Kettenlänge und unterschiedlichem Chlorierungsgrad. Sie werden u.a. für die flammfeste Ausrüstung von Textilien eingesetzt. Anwendung finden Chlorparaffine u.a. als Weichmacher in Fettungsmitteln für Leder- und Pelzwaren.

  • 16. Dimethylfumarat

    Das Biozid Dimethylfumarat kann bereits in geringen Konzentrationen zu heftigen allergischen Reaktionen führen. In Europa ist der Einsatz von Dimethylfumarat nicht zugelassen. Es wird aber bei Importartikeln aus Drittstaaten (vor allem bei Leder­produkten wie Schuhen oder Sitzmöbeln) verwendet, um dem Befall mit Schimmelpilzen vorzubeugen.

  • 17. Phthalate

    Phthalate (sprich: Fta-late) machen Kunststoffe weich und flexibel und werden daher in vielen Alltagsprodukten eingesetzt, so zum Beispiel in Spielzeug, Verpackungen, Schläuchen, Bodenbelägen oder Einrichtungsgegenständen. Phthalate weisen im Allgemeinen nur eine geringe akute Toxizität auf. Erst bei längerer oder wiederholter Exposition zeigen gewisse Vertreter gefährliche Eigenschaften, allen voran DEHP. Im Vordergrund stehen hierbei Beeinträchtigungen der Fortpflanzungsfähigkeit sowie Entwicklungsstörungen bei Nachkommen.

     

  • 18. Chrom VI – Chromat

    Chrom VI-Verbindungen können bei chromgegerbtem Leder durch Schweißein­wirkung entstehen, z.B. bei Schuhe, die ohne Strümpfe getragen werden. Bei der thermischen Entsorgung (Müllverbrennung) von chromgegerbten Produkten entstehen Chrom-VI-Stäube, die hochgiftig sind und entsorgt werden müssen. Chrom wirkt außerdem allergisierend. Eine einmal erworbene Chromallergie ist nicht heilbar.

     

© Filzstück

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Daten und Fakten